Neuer Wettkampf – Neue Herausforderung
Vor dem zweiten Weltcup in Poznan (Polen) haben auf dem Rotsee nochmals Selektionsrennen stattgefunden. Wie das Leben, verläuft auch die Sportkarriere nicht immer nach Plan. So hat der Schweizer Ruderverband nach diesen zweiten Trials eine neue Kombination für den Frauen Doppelvierer für den zweiten Weltcup in Poznan selektioniert.
Ich wurde im Doppelzweier mit Nina Wettstein (Seeclub Stäfa). Bereits die Anreise verlief turbulenter als erhofft. Nachdem sämtliche Flüge ab Zürich annulliert wurden, haben wir die ca. 1200km Strecke nach Poznan im Auto zurückgelegt. Nach zwei Trainingseinheiten am Donnerstag hiess es am Freitag ein erstes Mal «Attention, Go». Im Vorlauf war das Ziel Top 3 um direkt in den Halbfinal einzuziehen und den Umweg über den Hoffnungslauf zu sparen. Trotz sub-optimalem Rennen und Ninas verkrampften Unterarmen im Endspurt, gelang uns dies.
Das Halbfinale am Samstag endete mit einem unerfreulichen 6. Platz, welches ich nach ausführlichem cool-down, Eisbad und Mittagessen wie folgt beschrieben habe:
«Sicher nicht das erhoffte Ergebnis und wir haben von Anfang an kein guter Flow gefunden. Aber jede Erfahrung bringt uns weiter und macht uns für morgen schneller. Der Start war heute deutlich zu langsam und resultierte bereits nach 500m in einer zu grossen Hypothek von 4 Sekunden auf den für das A-Finale notwendige 3. Platz. Für den weiteren Verlauf des Rennens ging es darum den Rennplan möglichst gut umzusetzen. Morgen greifen wir im B-Finale wieder an.»
Für das B-Finale (im Rudern werden die Plätze 1-6 im A-Finale ausgefahren, die Plätze 7-12 im B-Finale, usw.) haben wir die Sitzordnung im Boot geändert und ich bin auf der Schlagposition gefahren.
Vielleicht etwas sinnbildlich für diesen zweiten Weltcup, endete das B-Finale mit einem verlorenen Ruder und dem 6. Platz (Schlussrang 12). Wir fanden zunächst einen besseren Rhythmus zusammen und konnten uns über die Rennmitte bis auf den 4. Platz steigern. Dann verlor Nina allerdings 70m vor dem Ziel kurz ihr Backbord Ruder was zu einem folgenschweren Krebs mit gebrochener Dollenstange führte. Das Ruder trieb vor uns in der Bahn und ich ruderte die letzten Schläge allein über die Ziellinie.
Es ist nicht einfach, nach einer solchen Regatta die positiven Aspekte herauszupicken, aber auch das gehört im Sport dazu. Es bleibt ein langer Weg nach Paris und auch wenn es in die letzten 10 Tage für mich viel einzustecken gab, ist das Projekt Doppelvierer auf Kurs. Meine Teamkolleginnen im Doppelvierer beendeten die Regatta auf dem 2. Platz und reisen mit einer Silbermedaille nach Hause.
Es bleiben drei grosse Rennen diese Saison und damit drei Chancen meinem Ziel näher zu kommen.
Vor allem aber, bleibt es ein langer Weg nach Paris.