Der nächste Schritt
Vom 11.-21. August laufen die «European Championships» in München: In insgesamt 9 Sportarten werden über 10 Tage Europameistertitel vergeben. Am vergangenen Wochenende waren wir auf der Regattastrecke der olympischen Spiele in Oberschleissheim (1972) am Start. Eine besondere Motivation auf dem gleichen Wasser zu starten, auf dem damals unser Club-Kamerad Freddy Bachmann 1972 die Silbermedaille gewinnen konnte.
An den European Championships in München wurde auf der Olympiastrecke von 1972 gerudert. (Bild: SRV, Detlev Seyb)
Die Bedingungen im Vorlauf waren alles andere als optimal. Mit starkem seitlichem Gegenwind war schnell klar, dass es ein langes und intensives Rennen wird. Mit den Holländerinnen und den Irinnen als Favoriten, war unser Ziel den dritten Platz zu errudern um uns damit direkt für das Halbfinale zu qualifizieren. Das vierte Boot in unserem Lauf hatten wir von Anfang an gut im Griff und ruderten so ungefährdet eine Runde weiter.
Im Halbfinale hiess es dann «alles oder nichts». Wiederum die ersten drei Boote qualifizierten sich für das A-Finale, der Rest würde mit dem «kleinen Finale» (im B-Finale wird um Platz 7-12 gerudert) vorliebnehmen. Wir sind sehr gut ins Rennen gekommen und konnten die hohe Pace bis weit nach Streckenhälfte halten - bis dahin lagen wir auch auf A-Finale Kurs. Erst vor der 1500m Marke ging uns die Kraft etwas aus und wir mussten die stark aufkommenden Boote aus Grossbritannien und der Ukraine vorbeiziehen lassen. Im B-Finale versuchten wir das gute Gefühl vom Halbfinale gleich mitzunehmen und an dieser starken Leistung anzuknüpfen. Dies ist uns nicht mehr so gut gelungen und wir mussten uns am Ende mit dem 4. Rang (also Schlussrang 10) zufriedengeben.
Wenn sich die Beine mit Laktat fühlen… und der passende Gesichtsausdruck dazu. (Bild: SRV, Detlev Seyb)
Insgesamt war es eine grossartige EM, der Anlass war hervorragend organisiert und man sieht selten solch gut gefüllte Tribünen an einem Ruderwettkampf. Die Stimmung war hervorragend mit so lautem Kuhglockenlärm, dass wir uns beinahe wie zuhause gefühlt haben… Natürlich hat dieses EM-Format, mit so vielen Sportarten viele Vorteile. Insbesondere Randsportarten profitieren von dem grossen Zuschaueraufkommen und der grossen medialen Aufmerksamkeit. Nicht zuletzt fördert es aber auch die Nachhaltigkeit im Sport, da viele Synergien genutzt werden können und trotz grossem Anlass ein vergleichsweises sehr kleines Budget und auch ein viel kleinerer logistischer Aufwand betrieben wird. So finden die Wettkämpfe in München ausschliesslich auf existierenden Anlagen statt. Für mich, ein Format das Zukunftspotential hat!
Wie geht es für uns weiter? Nun, nach einer kurzen Erholungspause zuhause sind wir ab Mittwoch wieder in Sarnen am Trainieren. Am Donnerstag steht nochmals ein Ergometertest über 2000m an und dann heisst es Endspurt bis zu den Weltmeisterschaften in Racice (Tschechien), welche vom 18.-25. September stattfinden.